3. Klinik

Der 3. Klinikaufenthalt, dieses Mal in Bayern, war eher gemischt. Gerade in den ersten Wochen war meine Therapeutin dauernd krank, sodass es mir doppelt schwer fiel, mich einzugewöhnen. Wieder einmal hatte ich Probleme, Anschluss zu finden, zumal die meisten anderen Patienten deutlich älter waren als ich. Nur mit einer Patientin verstand ich mich unheimlich gut, aber sie wurde ziemlich bald entlassen.

Mit der Zeit ergab sich ein ganz neues Problem: schon in den letzten Wochen zu Hause war es öfters vorgekommen, dass meine Füße, wenn es warm war oder ich mich viel bewegte, knallrot wurden und ziemlich wehtaten. In den Klinik wurde das immer schlimmer, bis meine Füße fast den ganzen Tag lang so rot waren. Keiner wusste, woran das lag, oder was man dagegen machen konnte. Ich verzweifelte immer mehr. Was war das denn für ein Leben, wenn ich nicht mal in die Sonne gehen konnte, ohne dass gleich meine Füße wehtaten??? Meine Depressionen wurden immer stärker, und irgend-wann begann ich, wieder über Selbstmord nachzudenken. Um ehrlich zu sein fehlte mir darüber die Kraft, sehr an meinem Essverhalten zu arbeiten. Ich nahm auch nicht besonders viel zu, lediglich 2kg. Schon so saß ich oft heulend auf meinem Zimmer und fragte mich, warum ich nicht einfach aufgab...

Der Aufenthalt hatte aber auch einen positiven Efffekt, mit dem ich nie gerechnet hätte: während ich bisher bei jedem Klinikaufenthalt mit niemandem  von daheim Kontakt hatte, gab es jetzt mehrere Leute, die mir ab und zu E-Mails schickten. Meine Freundin wollte mich sogar besuchen, was allerdings an der großen Entfernung scheiterte. Trotzdem hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass es nicht völlig gleichgültig war, ob ich da bin oder nicht...

 

Weiter geht's bei "Heute"!

Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!